Glossar

Medizinische Fachbegriffe, die auf unserer Website höufig verwendet werden einfach und verständlich erklärt.

Anämie

Blutarmut: rote Blutkörperchen oder Hämoglobin oder das ganze Blutvolumen sind vermindert.

Antigen

Eine Substanz, die vom Körper als fremd erkannt wird und auf die der Körper mit einer Abwehr , das heisst mit Antikörpern zu reagieren versucht.

Antikörper

Antikörper (Immunglobuline, im internationalen Sprachgebrauch auch Immunoglobulin) sind Eiweisse (Proteine), die in Wirbeltieren und Menschen als Reaktion auf bestimmte Stoffe, so genannte Antigene, gebildet werden. Antikörper stehen im Dienste des Abwehrsystems (Immunsystems). Antikörper werden von einer Klasse von weissen Blutzellen (Leukozyten) produziert.

Bestrahlung (auch Strahlentherapie)

Strahlentherapie (auch Radiotherapie, Radioonkologie) ist das medizinische Fachgebiet, das sich mit der Anwendung von ionisierender Strahlung auf den Menschen und auf Tiere beschäftigt, um Krankheiten zu heilen oder deren Fortschreiten zu verzögern. Als ionisierende, hochenergetische Strahlen werden vorwiegend Gammastrahlung, Röntgenstrahlung und Elektronen verwendet. Strahlentherapie umfasst die Behandlung von gut- und bösartigen Erkrankungen. Damit können Tumorzellen zerstört werden. Sie wird von Fachärzten für Radiologie oder für Strahlentherapie unter Mitwirkung von medizinisch-technischen Assistenten und spezialisierten Medizinphysikern ausgeübt.

Bindegewebe

Unter dem Sammelbegriff Bindegewebe versteht man verschiedene Gewebetypen. Sie haben vor allem gemeinsam, dass sie reich an Zwischenzellmasse (Interzellularsubstanz) sind und im Vergleich zu Oberflächen bedeckenden Geweben (Epithelien) aus relativ wenigen Zellen bestehen. Bindegewebe hat im Körper vielfältige Aufgaben, die über eine reine «Binde»-Funktion weit hinausgehen: So hält Bindegewebe Organformen aufrecht, ist Wasserspeicher und Schutzhülle und spielt als Ort von Abwehrreaktionen gegen Krankheitserreger eine wichtige Rolle.

Biologie

Biologie ist die Naturwissenschaft, die sich mit allgemeinen Gesetzmäßigkeiten des Lebendigen, aber auch mit den speziellen Besonderheiten der Lebewesen, ihrer Organisation und Entwicklung sowie ihren vielfältigen Strukturen und Prozessen befasst.

Die Biologie ist eine äußerst umfassende Wissenschaft, die sich in viele Fachgebiete unterteilen lässt. Diese reichen von Molekülen über Zellen, Zellverbände, Gewebe und Organe bis zu komplexen Organismen. In größeren Zusammenhängen wird das Verhalten einzelner Organismen sowie ihr Zusammenspiel mit anderen und ihrer Umwelt untersucht.

Biopsie

Die Biopsie ist ein Fachbegriff aus der Medizin für die Entnahme und Untersuchung von Material (meist Gewebe) bei einem Patienten. Das entnommene Gewebe wird unter dem Mikroskop untersucht. Auch chemische Analysen gehören zu den Untersuchungsmethoden.

Die Erkenntnisse aus einer Biopsie lassen Aussagen zu krankhaften Änderungen des feingeweblichen Aufbaus des untersuchten Gewebes zu - insbesondere die Fragestellung, ob es sich bei Tumoren um bösartige oder gutartige handelt, kann in der Regel nur durch eine Biopsie geklärt werden.

Blasten

Unreife weisse Blutkörperchen. Häufig sind damit Leukämiezellen gemeint.

Chemotherapie

Die Chemotherapie ist eine medikamentöse Therapie die Krebszellen zerstören soll. Die dabei verwendeten Medikamente nennt man Zytostatika. Bei der Behandlung bösartiger Tumorerkrankungen nutzen die meisten dieser Substanzen die schnelle Teilungsfähigkeit der Tumorzellen, da diese empfindlicher als gesunde Zellen auf Störungen der Zellteilung reagieren. Auf gesunde Zellen mit ähnlich guter Teilungsfähigkeit üben sie allerdings eine ähnliche Wirkung aus, wodurch sich Nebenwirkungen wie Haarausfall oder Durchfall einstellen können.

Chromosomen

Chromosomen (von griechisch χρώμα, chróma, „Farbe“ und σώμα, sóma, „Körper“, also „Farbkörper“) sind Strukturen, die Gene und damit Erbinformationen enthalten. Sie bestehen aus DNA, die mit vielen Eiweissen verpackt ist.

Computertomographie

Computertomographie bzw. Computertomografie (von altgriechisch τομή, tome, „Schnitt“ und γράφειν, graphein, „schreiben“), Abkürzung CT, ist ein bildgebendes Verfahren in der Radiologie.
Im Gegensatz zur Röntgentomographie ist in der Computertomographie die Nutzung eines Computers zwingend nötig, um aus den Rohdaten Schnittbilder erzeugen zu können - daher der Name. Durch rechnerbasierte Auswertung einer Vielzahl, aus verschiedenen Richtungen aufgenommenen Röntgenaufnahmen eines Objektes werden Schnittbilder erzeugt.

Diagnose

Am Anfang einer ärztlichen Behandlung oder des Arztbesuchs steht die Diagnose. Die wichtigsten diagnostischen Methoden in der Medizin sind:

  • Anamnese zur Erhebung der Krankengeschichte, Befragung des Patienten bis hin zur Sexual- und Sozialanamnese
  • Körperliche Untersuchung des Patienten unter Einsatz der Sinne und einfacher Hilfsmittel
  • Labordiagnostik als Untersuchung von Blut, Urin etc.
  • Gewebs- und Zelldiagnostik mittels Histologie, Zytologie
  • Bildgebende Verfahren ohne und mit Kontrastmittel  wie Röntgen, Sonografie, Endoskopie, MRT, CT etc.
  • EKG, EEG, EMG, ENG messen elektrische Felder des Körpers
  • Funktionsuntersuchungen der Lunge, der Muskeln und Gefässe sowie der Nerven (Reflexe)

Die medizinischen Untersuchungsmethoden sind in den meisten Fällen hinreichend genau, um Krankheiten mit lebensbedrohlichen Konsequenzen erkennen oder ausschliessen zu können.

Embryonal

Zum Embryo gehörend oder in einem frühen Entwicklungsstadium

Endoskopie

Ein Endoskop (griechisch ἔνδον éndon ‚innen‘; σκοπεῖν skopein ‚beobachten‘) ist ein Gerät, mit dem das Innere von lebenden Organismen, aber auch technischen Hohlräumen untersucht oder gar manipuliert werden kann. Ursprünglich für die humanmedizinische Diagnostik entwickelt, wird es heute auch für minimal-invasive operative Eingriffe an Mensch und Tier eingesetzt.

Genetik

Die Genetik (von griechisch γενεά geneá ‚Abstammung‘ sowie γένεσις génesis ‚Ursprung‘) oder Vererbungslehre ist ein Teilgebiet der Biologie und befasst sich mit den Gesetzmäßigkeiten und materiellen Grundlagen der Ausbildung von erblichen Merkmalen und der Weitergabe von Erbanlagen (Genen) an die nächste Generation (Vererbung).

Gewebe

Ein Gewebe ist eine Ansammlung gleichartig oder unterschiedlich differenzierter Zellen einschliesslich ihrer extrazellulären Matrix (Interzellularsubstanz). Die Zellen eines Gewebes besitzen ähnliche oder gleiche Funktionen und erfüllen so in der Regel gemeinsam die Aufgaben des Gewebes.
Mit dem Aufbau von Geweben befasst sich die Histologie, bei krankhaften Veränderungen die Histopathologie.
Grundsätzlich lassen sich alle Anteile eines vielzelligen Organismus, das heisst alle Organe, Strukturen und sonstigen Inhalte von Tieren und Pflanzen, einem Gewebe zuordnen, beziehungsweise sind von einem Gewebetyp produziert worden.

Hämatologie

Lehre und Wissenschaft vom Blut

Hirnflüssigkeit

Die Hirnflüssigkeit oder der Liquor cerebrospinalis (Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit, Zerebrospinalflüssigkeit) ist eine klare und farblose Körperflüssigkeit, die mit der Gewebsflüssigkeit des Gehirns in Verbindung steht und daher auch in der Zusammensetzung sehr ähnlich ist. Der Liquor wird von speziell differenzierten Zellen der in den Hirnkammern gebildet. Die Hauptfunktion des Liquors besteht in der Polsterung des Gehirns und des Rückenmarks.

Hirntumor

Als Hirntumoren werden Tumoren des Gewebes des zentralen Nervensystems bezeichnet.

Histologie

Die Histologie (von gr. histos «Gewebe» und logos «Lehre») ist die Wissenschaft von den biologischen Geweben und somit Teilgebiet der Medizin und Biologie, genauer der Anatomie und der Pathologie.

Immunglobuline

Immunglobuline sind die Antikörper des Menschen. Es sind Eiweissstoffe oder sogenannte Moleküle, die von bestimmten weissen Blutkörperchen hergestellt werden. Diese Antikörper werden dann in das Blut und andere Körperflüssigkeiten abgegeben und dienen dort der Abwehr von Infektionen.

Immunsystem

Ist die Lehre und Wissenschaft des körpereigenen Abwehrsystems.

Karzinom

Karzinome sind Krebserkrankungen, die von Zellen von Oberflächengewebe (Epithel), das heisst Haut Schleimhaut oder Drüse ausgehen. Genauer handelt es sich um ektodermale oder entodermale Neubildungen. Daraus ergibt sich eine weitere Differenzierung, je nach Art des entarteten Epithels. Die meisten Karzinome gehen vom Plattenepithel (Plattenepithelkarzinom oder squamöses Karzinom) oder vom Drüsenepithel (Adenokarzinom) aus.

Knochenmark

Ist das Gewebe welches das Innere des Knochens ausfüllt. Es bildet die verschiedenen Blutzellen

Knochenmarktransplantation (auch Stammzellentransplantation)

Unter Stammzelltransplantation (genauer hämatopoetische Stammzelltransplantation; HSZT) versteht man die Übertragung von Blutstammzellen von einem Spender zu einem Empfänger. Dabei kann es sich bei Spender und Empfänger um ein und dieselbe Person handeln oder um zwei verschiedene Personen. Im Rahmen von klinischen Studien wurden bereits andere, nicht blutbildende Stammzellen übertragen, etwa mesenchymale Stammzellen . Diese Transplantationen sind jedoch derzeit noch nicht von praktischer Bedeutung für die Medizin (siehe hierzu Regenerative Medizin, Stammzelltherapie etc.).

Krebs

Krebs, Krebsgeschwulst, syn. Malignom bezeichnet in der Medizin einen malignen (bösartigen) Tumor – eine bösartige Gewebeneubildung (Neoplasie). Im engeren Sinn sind die malignen epithelialen Tumoren (Karzinome) und die malignen mesenchymalen Tumoren (Sarkome) gemeint. Umgangssprachlich werden auch die bösartigen Hämoblastosen als Krebs, wie beispielsweise Leukämie als «Blutkrebs», bezeichnet.
Krebs ist im allgemeinen Sprachgebrauch ein Sammelbegriff für eine Vielzahl verwandter Krankheiten, bei denen Körperzellen unkontrolliert wachsen, sich teilen und gesundes Gewebe verdrängen und zerstören können.

Krebsregister

Ein Krebsregister ist eine systematische Sammlung von Informationen in Form einer Datenbank zu Tumorerkrankungen.

Leukämie

Die Leukämie oder Hyperleukozytose (griechisch λευχαιμία leuchaimia, von λευκός, leukós - weiss und αἷμα, haima - das Blut), mitunter auch als Blutkrebs oder Leukose bezeichnet, ist eine Erkrankung des blutbildenden Systems. Sie wurde 1845 erstmals von Rudolf Virchow beschrieben, der auch den Namen geprägt hat. Leukämien zeichnen sich durch stark vermehrte Bildung von weissen Blutkörperchen (Leukozyten) und vor allem ihrer funktionsuntüchtigen Vorstufen aus. Diese Leukämiezellen breiten sich im Knochenmark aus, verdrängen dort die übliche Blutbildung und treten in der Regel auch stark vermehrt im peripheren Blut auf. Sie können Leber, Milz, Lymphknoten und weitere Organe infiltrieren und dadurch ihre Funktion beeinträchtigen. Durch die Störung der Blutbildung kommt es zur Verminderung der normalen Blutbestandteile. Es entsteht eine Anämie durch Mangel an Sauerstoff transportierenden roten Blutkörperchen (Erythrozyten), ein Mangel an blutungsstillenden Blutplättchen (Thrombozyten) und ein Mangel an funktionstüchtigen weissen Blutkörperchen (Leukozyten).

Leukozyten

Leukozyten oder weisse Blutkörperchen (von griechisch λευκός leukos «leuchtend»,«weiss»; κυτός kytos «Gefäss», « Hülle») sind bestimmte Zellen des Körpers, die im Blut, im Knochenmark, in den lymphatischen Organen und anderen Körpergeweben zu finden sind. Morphologisch werden sie den Erythrozyten (roten Blutkörperchen) gegenübergestellt, da sie im Gegensatz zu diesen nicht den roten Farbstoff Hämoglobin enthalten. Die mengenmässige Zusammensetzung der Leukozyten im peripheren Blut wird im Differentialblutbild erfasst. Leukozyten erfüllen spezielle Aufgaben in der Abwehr von Krankheitserregern und körperfremden Strukturen. Sie gehören zum Immunsystem und sind dort Teil der spezifischen und unspezifischen Immunabwehr, weshalb sie auch als Immunzellen oder Immunozyten bezeichnet werden.

Lymphdrüsenkrebs

Die malignen Lymphome (früher auch Lymphosarkom) sind eine Gruppe von bösartigen Erkrankungen des lymphatischen Systems. Hierzu gehören Lymphknoten, Rachenmandeln, Milz und Knochenmark. Aber auch andere Organe können befallen werden. Bei der Behandlung der malignen Lymphome spielt die Therapie mit Zytostatika (Chemotherapie) eine entscheidende Rolle, teilweise ergänzt durch die Strahlentherapie. Damit sind viele Lymphomerkrankungen gut behandelbar, ein Teil der Lymphome ist heute heilbar.

Maligne

Die Malignität (lateinisch malignitas) bedeutet Bösartigkeit. Der Begriff wird in der Medizin verwendet, um eine Erkrankung oder einen Krankheitsverlauf zu kennzeichnen, der fortschreitend zerstörerisch wirkt und möglicherweise auch zum Tod des Patienten führen kann.

Malignom

Krebs, Krebsgeschwulst, syn. Malignom bezeichnet in der Medizin einen malignen (bösartigen) Tumor – eine bösartige Gewebeneubildung (Neoplasie). Im engeren Sinn sind die malignen epithelialen Tumoren (Karzinome) und die malignen mesenchymalen Tumoren (Sarkome) gemeint. Umgangssprachlich werden auch die bösartigen Hämoblastosen als Krebs, wie beispielsweise Leukämie als «Blutkrebs», bezeichnet.
Krebs ist im allgemeinen Sprachgebrauch ein Sammelbegriff für eine Vielzahl verwandter Krankheiten, bei denen Körperzellen unkontrolliert wachsen, sich teilen und gesundes Gewebe verdrängen und zerstören können.

Medulloblastom

Das Medulloblastom ist ein bösartiger embryonaler Tumor des Kleinhirns. Er tritt bevorzugt im Kleinkindes- und Kindesalter auf und ist in dieser Altersgruppe der häufigste bösartige Hirntumor.

Mesenchym

Unter Mesenchym (aus dem Griechischen: «Das Mittenhineingegossene») versteht man das embryonale Bindegewebe. Es entsteht durch Loslösung von Zellen aus den Keimblättern des Embryos, vor allem aus dem mittleren (Mesoderm), aber auch aus bestimmten Anteilen des Ektoderms (Neuralleiste) und Entoderms (Prächordalplatte). Aus dem Mesenchym entwickeln sich z. B. Knochen, Muskeln, Sehnen und alle anderen Bindegewebsbildungen, Blutzellen und Gefässe. Tumore, die aus dem Mesenchym entstehen, nennt man Mesenchymom. Bösartige Tumore von Geweben mesenchymalen Ursprungs werden als Sarkome bezeichnet.

Metastasten

Als Metastase (griechisch μετάσταση, von μετα~, meta~ - weg~ und στάση, stáse - die Stelle, Haltung, der Ort, also etwa die Übersiedelung an einen anderen Ort) wird eine definierte Absiedlung eines bösartigen Tumors oder eines Infektionsherdes bezeichnet. Metastasen im engeren Sinne bezeichnen Absiedlungen eines Tumors in entferntem Gewebe.

MRI

Die Magnetresonanztomographie (MRT, kurz auch MR; Tomographie von altgr. τομή, tome, „Schnitt“ und γράφειν, graphein, „schreiben“) ist ein bildgebendes Verfahren, das vor allem in der medizinischen Diagnostik zur Darstellung von Struktur und Funktion der Gewebe und Organe im Körper eingesetzt wird.

Neoplasie

Ein Tumor – von lat.: tumor, -oris, masc. (Plural: Tumoren, umgangssprachlich auch Tumore) (Geschwulst, Schwellung) im weiteren Sinn ist jede Zunahme eines Gewebsvolumens unabhängig von der Ursache. Synonyme in einer zweiten, engeren Bedeutung sind die Begriffe Neoplasie («Neubildung») und «Gewächs».

Es gibt es in der Medizin zwei Definitionen des Begriffs Tumor:

  • Ein erhöhter Platzbedarf (Raumforderung) eines Gewebes oder eine tastbare Verhärtung z. B. auch eine Schwellung bei einer Entzündung (Ödem, Phlegmone, Abszess) oder Zyste (siehe hierzu auch Pseudotumor)
  • Neubildungen von Körpergeweben (Neoplasien), die durch Fehlregulationen des Zellwachstums entstehen – womit bezüglich der Gut- oder Bösartigkeit (Dignität) der Neubildung noch nichts ausgesagt wird.

Neoplasien können jegliche Art von Gewebe betreffen, sie können gutartig (benigne) oder bösartig (maligne) sein. Je nach Ort (Lokalisation) des Tumors und der Funktion des durch ihn geschädigten Gewebes können sie zu einer Fehlfunktion von Organen mit Beeinträchtigung des Gesamtorganismus bis zum Tod führen. Bösartige Tumoren sind die Ursache von Krebs .

Neuroblastom

Das Neuroblastom ist mit sieben bis acht Prozent aller Krebserkrankungen im Kindesalter die dritthäufigste bösartige Neubildung bei Kindern. Vom autonomen Nervengewebe – der embryonalen Neuralleiste – ausgehend handelt es sich um einen Tumor, dessen Zellen (sogenannte Neuroblasten) in einem unreifen Stadium verblieben sind. Er ist vor allem in den Nebennieren, entlang der Wirbelsäule, im Kopf-, Hals- und Nackenbereich sowie im Brust-, Bauch- und Beckenraum entlang des zervikalen, thorakalen und abdominalen Grenzstranges (sympathisches Nervensystem) sowie in den Paraganglien anzutreffen.

Neurologie

Die Neurologie ist die Lehre von den Erkrankungen des Nervensystems. Die Die Organsysteme, die in der Neurologie Berücksichtigung finden, sind das Zentralnervensystem, also Gehirn und Rückenmark und deren Umgebungsstrukturen und blutversorgende Gefäße sowie das periphere Nervensystem einschließlich dessen Verbindungsstrukturen mit den Muskeln sowie die Muskulatur.

Onkologie

Als Onkologie (altgr. όγκος ,Anschwellung’ und lógos ,Lehre’) bezeichnet man die Wissenschaft, die sich mit Krebs befasst. Im engeren Sinne ist Onkologie der Zweig der Medizin, der sich der Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge von malignen Erkrankungen widmet.

Pädiatrie

Die Pädiatrie, auf deutsch Kinderheilkunde, ist die Lehre von der Entwicklung des kindlichen und jugendlichen Organismus, seiner Erkrankungen und ihrer Behandlung. Der Begriff Pädiatrie ist heute im offiziellen Sprachgebrauch abgelöst durch die Bezeichnung Kinder- und Jugendmedizin.

Die Kinder- und Jugendmedizin erstreckt sich über alle Teilgebiete der klinischen Medizin.

Palliativmedizin

Palliativmedizin als medizinisch lindernde Behandlung unheilbar Schwer(st)kranker (z. B. bestimmte Krebs-Patienten). Nach den Definitionen der WHO und der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin ist Palliativmedizin beschränkt auf «die aktive, ganzheitliche Behandlung von Patienten mit einer voranschreitenden, weit fortgeschrittenen Erkrankung und einer begrenzten Lebenserwartung zu der Zeit, in der die Erkrankung nicht mehr auf eine kurative Behandlung anspricht und die Beherrschung von Schmerzen, anderen Krankheitsbeschwerden, psychologischen, sozialen und spirituellen Problemen höchste Priorität besitzt.» Primäre Zielsetzung ist die Lebensqualitätserhaltung bzw. -steigerung im finalen Krankheitsstadium.

Parenterale Ernährung

Künstliche Ernährung direkt in die Blutbahn, das heisst unter Umgehung des Verdauungstraktes.

Pathologie

Lehre von den Krankheiten. Dabei werden veränderte Gewebeproben hauptsächlich mikroskopisch untersucht, um daraus eine klare Diagnose (zum Beispiel eines Tumortyps) stellen zu können.

Physiotherapie

Physiotherapie ist eine Form der äußerlichen Anwendung von Heilmitteln; im Zentrum steht das an die Fähigkeiten des Patienten angepasste Vermitteln (Lehren) des richtigen Bewegungsverhaltens.

Primärtumor

Ersttumor- im Gegensatz zu Metastasen.

Prognose

In der Medizin wird mit dem Begriff Prognose die Einschätzung des Krankheitsverlaufs beschrieben. Ist die Heilungswahrscheinlichkeit hoch, spricht man von einer guten, ist sie niedrig von einer schlechten Prognose. Bei fehlender kurz- bis mittelfristiger Überlebenswahrscheinlichkeit wird der Begriff infauste Prognose verwendet.
Die Prognose kann sich im Verlauf einer Erkrankung durch die Behandlung ändern. Sie ist von der zur Verfügung stehenden Diagnostik und Behandlungsmöglichkeiten abhängig.

Progression

Progression (v. lat. progressus «Fortschritt») steht für: in der Medizin das Fortschreiten einer Erkrankung.

Remission

Das Verschwinden der Symptome einer Krebserkrankung.

Retinoblastom

Das Retinoblastom ist ein bösartiger Tumor in der Netzhaut des Auges, für dessen Entstehung Mutationen eines Retinoblastom-Gens die Grundvoraussetzung sind.

Dieser Tumor geht von genetisch veränderten unreifen Netzhautzellen aus und führt unbehandelt zum Tode. Wird die Krankheit frühzeitig erkannt und therapiert sind die Heilungschancen gut. Da das Wachstum des Retinoblastom nur von unreifen Netzhautzellen ausgehen kann, kann dieser Tumor auch nur bis zum 5. Lebensjahr auftreten.

Rezidiv

Ein Rezidiv (n., von lat. recidere, «zurückfallen») ist das Wiederauftreten („Rückfall“) einer Krankheit, einer psychischen Störung oder deren Symptomen nach einer Behandlung oder nach einer Remission. Der Begriff Rezidiv spielt bei der Behandlung von Krebs eine Rolle. Ursache ist meist eine unvollständige Entfernung des Tumors, die nach einiger Zeit zu einem erneuten Auftreten der Krankheit führen kann. Wer in den fünf Jahren nach der Behandlung eines Tumors kein Rezidiv erfährt, gilt nach allgemeiner Norm als geheilt. Einige Tumore können aber auch nach längerer Zeit ein Rezidiv verursachen.

Rückenmarkskanal

Der Wirbelkanal oder Spinalkanal (Canalis vertebralis), auch Rückenmarkskanal, ist der von den Wirbellöchern gebildete Kanal innerhalb der Wirbelsäule, in dem das Rückenmark verläuft. Er läuft vom ersten Halswirbel durch die Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule bis zum Kreuzbein.

Sarkom

Das Sarkom (v. griech. σάρκωμα, sárkoma, zu σάρξ, sárx «Fleisch», «Weichteile» und -om «Geschwulst») ist ein bösartiger Tumor, der vom Stützgewebe ausgeht und frühzeitig in die Blutgefässe (hämatogen) metastasiert. Typische Sarkome sind Rhabdomyosarkom, Osteosarkom und Ewing Sarkom

Sedierung

Der Begriff Sedierung (seltener auch Sedation, v. lateinisch sedare, „beruhigen“ eigentlich „sinken lassen“ ) wird vor allem in der Medizin verwendet. Er bezeichnet die Dämpfung von Funktionen des zentralen Nervensystems durch ein Beruhigungsmittel (Sedativum); gleichzeitig kann ein Schmerzmittel (Analgetikum) verabreicht werden.

Stammzellentransplantation

Unter Stammzelltransplantation (genauer hämatopoetische Stammzelltransplantation; HSZT) versteht man die Übertragung von Blutstammzellen von einem Spender zu einem Empfänger. Dabei kann es sich bei Spender und Empfänger um ein und dieselbe Person handeln (autologe Transplantation) oder um zwei verschiedene Personen (allogene Transplantation)

Therapie

Die Therapie (griechisch θεραπεία therapeia «das Dienen, die Bedienung, die Dienstleistung, die Pflege der Kranken») bezeichnet in der Medizin die Massnahmen zur Behandlung von Krankheiten und Verletzungen. Ziel des Therapeuten ist die Heilung, die Beseitigung oder Linderung der Symptome und die Wiederherstellung der körperlichen oder psychischen Funktion. Verschiedene Möglichkeiten zur Behandlung einer Krankheit werden oft als Therapieoptionen bezeichnet.

Therapieresistenz

Von einer Therapieresistenz wird gesprochen, wenn ein kranker Mensch nicht (mehr) auf Behandlungen anspricht, die nach aktuellem Wissensstand fachlich korrekt durchgeführt wurden und im Regelfall mindestens zu einer Besserung der Symptomatik oder im günstigsten Fall zu einer Heilung der Erkrankung hätten führen müssen. Ist dies nicht gegeben, wird der Zustand als therapieresistent bezeichnet. Dann muss über alternative Therapieverfahren nachgedacht werden.
Wird im Fall einer Krebserkrankung eine Therapieresistenz festgestellt so kann eine Heilung unter Umständen nicht mehr erreicht werden. Es wird dann palliativ behandelt.

Tumor

Ein Tumor – von lat.: tumor, -oris, masc. (Plural: Tumoren, umgangssprachlich auch Tumore) (Geschwulst, Schwellung) im weiteren Sinn ist jede Zunahme eines Gewebsvolumens unabhängig von der Ursache. Synonyme in einer zweiten, engeren Bedeutung sind die Begriffe Neoplasie («Neubildung») und «Gewächs».
Je nach Ort (Lokalisation) des Tumors und der Funktion des durch ihn geschädigten Gewebes können sie zu einer Fehlfunktion von Organen mit Beeinträchtigung des Gesamtorganismus bis zum Tod führen. Bösartige Tumoren sind die Ursache von Krebs.

Tumormarker

Tumormarker sind Eiweissstoffe oder andere biologische Substanzen im Blut oder anderen Körperflüssigkeiten, deren erhöhte Konzentration auf einen Tumor oder das Rezidiv eines solchen hindeuten können. Sie können auf eine bestimmte Krebsart hinweisen und werden meist für Verlaufskontrollen gebraucht.

Überlebensrate

Die Überlebensrate ist ein Begriff aus der Epidemiologie und gibt die Wahrscheinlichkeit an, einen definierten Zeitraum ab Diagnosestellung zu überleben. Sie dient zur Einschätzung der Prognose einer Erkrankung. Die Angabe Überlebensrate ist ein statistischer Wert und erfolgt in Prozent.

Weichteile

Weichteil ist ein Begriff, der in der Medizin sehr variabel eingesetzt wird. Generell werden alle Gewebe des Körpers, die nicht aus Knochen bestehen, als Weichteile bezeichnet. Oft wird der Begriff jedoch nur für Binde- und Stützgewebe benutzt.

Weichteilsarkom

Weichteilsarkome sind bösartige (maligne) Tumoren (Sarkome), die dem Weichteilgewebe des Körpers entspringen. Sie sind eine relativ seltene Krebsform, bei Kindern und Jugendlichen ist ihr Anteil jedoch relativ gross. Die Therapie hängt von der Art und Klassifizierung des jeweiligen Tumors ab und reicht von operativer Entfernung bis zu Bestrahlung und Chemotherapie

Zytogenetik

Die Zytogenetik ist ein Teilbereich der Genetik und befasst sich vor allem mit der lichtmikroskopischen Untersuchung von Chromosomen. Untersucht wird die Anzahl, Gestalt und lichtmikroskopisch sichtbare Struktur der Chromosomen, insbesondere auch Anomalien und deren phänotypische Auswirkungen. Zytogenetische Veränderungen in Tumor- oder Leukämiezellen können Hinweise auf die Art und Prognose des Tumors geben.

Zytostatika

Zytostatika (oder Cytostatika, vom griechischen Cyto = Zelle und statik = anhalten) sind natürliche oder synthetische Substanzen, die das Zellwachstum beziehungsweise die Zellteilung hemmen. Sie werden vor allem zur Behandlung von Krebs (Chemotherapie), teilweise auch bei der Behandlung von Autoimmunerkrankungen eingesetzt. Neben den klassischen Zytostatika werden heute in der Behandlung von Tumorerkrankungen auch weitere Substanzen wie zum Beispiel Hormone, therapeutische monoklonale Antikörper, Zytokine und sogenannte «small molecules» wie zum Beispiel Signaltransduktions-Inhibitoren, Proteasominhibitoren etc. eingesetzt. Solche Chemotherapeutika werden meist nicht als Zytostatika bezeichnet, da sie nicht direkt die Zellteilung beziehungsweise das Zellwachstum hemmen.

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